Forschungsstudien

Als Erlanger sind wir natürlich stolz auf unsere renommierte Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, die unsere Stadt um viele wissensdurstige junge Menschen aus aller Welt bereichert. Wir profitieren aber auch persönlich vom Wirken der verschiedensten Fakultäten direkt vor unserer Haustüre, insbesondere im Gesundheitswesen, das uns etwa Spezialkliniken sämtlicher Fachbereiche mit bestens ausgebildeten Fachärzten quasi um die Ecke binnen Minuten erreichbar und rund um die Uhr verfügbar bieten - darunter auch die für Parkinson-Patienten besonders wichtige Neurologie für die Behandlung von Erkrankungen des Nervensystems.

Die "Molekulare Neurologie" der Universitäts-Kopfklinik nimmt sich dabei intensiv des Parkinson-Syndroms und speziell der wissenschaftlichen Erforschung der Schädigungsmechanismen als Tätigkeits-Schwerpunkt an, um neue diagnostische und therapeutische Möglichkeiten zu entwickeln.

Die Professoren, Ärzte und auch Wissenschaftler ganz anderer Fakultäten, die uns im Zusammenhang mit der Krankheit wohl nicht spontan einfallen würden

- wie etwa das Institut für Sportwissenschaft und Sport -,

sind ebenfalls in der Forschung aktiv - darunter befasst mit der Suche nach den Ursachen sowie der bestmöglichen Behandlung - aktuell der Linderung bzw. der Verlangsamung des Fortschreitens - des bislang nicht heilbaren sogenannten Parkinson-Syndroms. Und wir als Patienten aus der Region sind verschiedentlich eingeladen, uns direkt an diesen Forschungsprojekten zu beteiligen. Derart privilegiert können wir im eigenen Interesse und dem anderer Patienten die Forschung unterstützen und hoffentlich mit neuen Erkenntnissen auch vorantreiben.

Woran die Wissenschaftler gerade forschen und wobei und in welcher Form sie unsere Mitwirkung benötigen, erfahren Sie regelmäßig hier.

Die nachstehend und unter den eingebundenen Links vorgestellten Forschungsprojekte werden/wurden jeweils in enger Zusammenarbeit zwischen dem (federführenden)


durchgeführt:

Beim aktuellen

Forschungsprojekt zum Gleichgewichtstraining:

"Optimierung motorischer Lernprozesse" (FaST-PD)

untersuchen die Wissenschaftler, inwieweit bewegungstherapeutische Maßnahmen - hier speziell ein Gleichgewichtstraining - den Erhalt und das Wiedererlernen grundlegender motorischer Funktionen unterstützen. Da die motorische Lernfähigkeit im Verlauf der Erkrankung weitestgehend erhalten bleibt, gilt es im Rahmen der Studie festzustellen, ob sich die Lernleistung - analog zu den Erfahrungen mit gesunden Erwachsenen - auch beim Parkinson-Patienten durch eine Kombination mit gezielten aeroben Belastungsreizen (z.B. mit vorgelagertem Fahrradergometer-Training) steigern lässt.

Gleichgewichts-Studie "FaST-PD"Prinzipdarstellung des FaST-PD-Studienablaufs
Projektmitarbeiter Philipp Wanner Prinzipieller Ablauf der FaST-PD Gleichgewichts-Studie alternierend mit/ohne vorangehende Belastung
betreut einen Studien-Probanden 

Eine wissenschaftliche Zusammenfassung der Ziele und Methodik sowie der beteiligten Projektmitarbeiter sind dem Info-Poster (Klick auf die vorstehende Grafik) zu entnehmen.
Interessierte Patienten dürfen sich jederzeit gerne zur Teilnahme anmelden!

Das vorangegangene von der DSN beauftragte

Forschungsprojekt "Sensomotorisches Laufbandtraining"

konnte in einen größeren, fakultätsübergreifenden Forschungsverbund innerhalb der FAU integriert werden, der durch einen eigens von der FAU zur Verfügung gestellten Forschungsfonds – die sog. „Emerging Fields Initiative“ (EFI) finanziert wurde. Die Laufbandstudie war hier eine Teilstudie des „EFIMoves“ Projekts, bei dem es um neue innovative Methoden zur Diagnostik und Therapie von Bewegungserkrankungen ging.

Die Studie konnte inzwischen mit folgendem Ergebnis abgeschlossen werden:

Wie bei fast allen Studien ging es auch bei diesem Projekt um den Vergleich zweier Gruppen, wobei hier ausschließlich 43 Parkinsonpatienten beteiligt waren, die allerdings nach dem Zufallsprinzip entweder der sog. Experimentalgruppe oder der Kontrollgruppe zugeordnet waren. Dem Konzept der Studie ist es dabei geschuldet, dass einzig die Teilnehmer der Experimentalgruppe tatsächlich ein "sensomotorisches" Laufbandtraining absolvierten, bei dem der gewohnte Bewegungsablauf während des Gehens durch kleine, ständig wechselnde Kippbewegungen der Lauffläche das Gehen auf unebenen Untergründen simuliert, um somit die Fähigkeit des Nervensystems zu schulen, auf unerwartete Störungen beim Gehen zu reagieren und so die dynamische Gleichgewichtsfähigkeit zu trainieren.

Die Kontrollgruppe nahm hingegen in derselben Zeitdauer von 8 Wochen à 2 Trainingsstunden "nur" an einem gewöhnlichen Laufbandtraining teil. Letzteres kann bei Parkinsonpatienten bei regelmäßigem Einsatz immerhin eine Steigerung der Ganggeschwindigkeit, Schrittlänge und maximalen Gehstrecke bewirken.

Die Teilnehmer der Experimentalgruppe verbesserten hingegen zusätzlich ihre motorischen Symptome, ihre posturale Instabilität und ihren Gang. Die zunächst bei Trainingsabschluss bei den Teilnehmern beider Gruppen festgestellte Verbesserung bei der Krankheitsstadieneinteilung nach Hoehn & Yahr (H&Y) war drei Monate nach Beendigung des Trainings nur noch in der Experimentalgruppe nachweisbar.

Weitergehende Informationen - einschließlich der Kontaktdaten - zum Forschungsprojekt entnehmen Sie bitte der Webseite zur Studie (s.a. die Überschrift) und einer Kurzinformation der Projektleitung zur Laufband-Studie im PDF-Format.

Dieser Eintrag wurde zuletzt aktualisiert am 17.10.2017 um 16h45